Bild: Archiv Opel-Zoo

Der Regenwald ist weit. Der Zoo um die Ecke.

Zum World Wildlife Day am 3. März betont der Verband der Zoologischen Gärten die Rolle wissenschaftlich geführter Zoos als Motoren des Artenschutzes und wohnortnahe Plätze echter Naturerfahrung

 

Berlin, 2. März 2026 – Bei manchen Tierarten, wie zum Beispiel dem Vietnam Sika Hirsch, der Mendesantilope oder dem Spix-Ara leben aktuell in menschlicher Obhut etwa genauso viele oder sogar mehr Tiere als in der Natur. Zoos werden so zur letzten Zuflucht. Einige Tierarten existieren heute noch – weil Zoos sie erhalten haben. Darunter die Arabische Oryx, die Säbelantilope und die Soccorotaube. In der Natur waren sie längst verschwunden. Das zeigt, wozu wissenschaftlich geführte Zoos in der Lage sind, wenn Schutz, Zucht und Forschung konsequent zusammenwirken. Weitere Tierarten sind dank der Bemühungen der Zoos wieder in der Wildnis zu finden oder ihr Bedrohungsstatus hat sich verbessert.

 

Am World Wildlife Day, am 3. März, richtet sich der Blick auf den Zustand der Artenvielfalt weltweit: Arten verschwinden, Ökosysteme verlieren an Stabilität und damit geraten auch die natürlichen Grundlagen von Ernährung, Wasserhaushalt und Klimabalance unter Druck. Der Verlust vollzieht sich schleichend – und genau das macht ihn so schwer greifbar. Das wirft eine Frage auf, die über den World Wildlife Day hinausreicht: Was braucht unsere Gesellschaft, um die biologische Vielfalt zu erhalten?

 

„Forschende belegen seit Jahren eine zunehmende Entfremdung von Natur in städtischen Gesellschaften“, sagt Volker Homes, Geschäftsführer des Verbandes der Zoologischen Gärten (VdZ). „Wo unmittelbare Naturerfahrung fehlt, wächst Distanz – und aus Distanz wird Gleichgültigkeit und manchmal steigert sich das sogar in die Angst vor der Natur, die sogenannte Biophobie. Zoos können diesen Kreislauf durchbrechen. Sie sind für Millionen Menschen direkt erreichbar und machen biologische Vielfalt konkret erfahrbar.“

 

Für viele Kinder ist der Zoo der erste Ort, an dem sie Artenvielfalt nicht digital vermittelt, sondern unmittelbar erleben: ein Tier, ein Blick, ein Moment des Staunens, der Wissen und emotionale Bindung zugleich schafft. Die 71 Mitgliedszoos des Verbandes der Zoologischen Gärten erreichen jährlich mehr als 42 Millionen Besucherinnen und Besucher. Jährlich nehmen rund 1,2 Millionen Besucherinnen und Besucher an mehr als 170.000 speziellen Bildungsangeboten teil.

 

Dabei reicht die Arbeit dieser Zoos weit über den Besuchsbetrieb hinaus. Die Mitgliedszoos des VdZ leiten 140 internationale Zuchtprogramme zum Erhalt bedrohter Arten, wildern jährlich rund 500 Wirbeltiere aus mehr als 20 Arten in Europa aus und engagieren sich mit Personal, Expertenwissen und Sachspenden in mindestens 155 Natur- und Artenschutzprojekten in 55 Ländern. In den vergangenen fünf Jahren haben sie mehr als 50 Millionen Euro in Natur- und Artenschutzprojekte investiert. Über 200 Tierarten sind durch internationale Schutzmaßnahmen, an denen auch Zoos beteiligt sind, heute weniger gefährdet als noch vor wenigen Jahrzehnten.

 

Dass diese Arbeit gesellschaftlich verankert ist, zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage: 93 Prozent der Deutschen finden es wichtig, dass Zoos bedrohte Tierarten erhalten. Artenschutz ist Daseinsvorsorge – Grundlage von Lebensqualität, wirtschaftlicher Resilienz und der langfristigen Handlungsfähigkeit von Gesellschaften. Zoos tragen dazu bei, indem sie Wissen, Nähe und Verständnis in die Breite der Gesellschaft bringen.

 

Auch am World Wildlife Day 2026 öffnen die 71 Mitgliedszoos des VdZ in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Spanien ihre Türen – für Familien, Schulklassen und alle, die verstehen wollen, was auf dem Spiel steht.

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