Mehr als ein Drittel der Arten hierzulande gefährdet

Neben den anhaltenden Bemühungen, gefährdete Arten weltweit mithilfe zoologischer Einrichtungen langfristig zu erhalten, haben sich die Expertinnen und Experten angesichts des zunehmenden Biodiversitätsverlusts in Mitteleuropa darauf geeinigt, die Schutzbemühungen für heimische Arten künftig weiter auszubauen. 

 

Schwerin/Berlin, 08. Mai 2026 – Am heutigen Freitag endete die zweitägige Artenschutz-Fachtagung der Stiftung Artenschutz und des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ) im Zoo Schwerin. Der Zoo der Landeshauptstadt war Gastgeber des Treffens mit rund 50 Teilnehmenden aus dem deutschsprachigen Raum. 

 

Artenschutz „vor der eigenen Haustür“ im Fokus 

Alarmierend ist beispielsweise die Situation des Rebhuhns: Fast keine andere Vogelart ist europaweit so katastrophal eingebrochen. In Europa sind die Bestandszahlen seit 1980 um 93% zurückgegangen. Und damit geht ein großer Teil der biologischen Vielfalt der Agrarlandschaft verloren – Gründe sind der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft, der Verlust von mehrjährigen Blühflächen, Brachen, Feldrainen und Heckensäumen zugunsten ackerbaulicher 

 

Von Schutzbemühungen zugunsten des Rebhuhns würden auch Kiebitze, Feldhasen, Feldhamster und unzählige Insektenarten profitieren. „Solche positiven Auswirkungen auf weitere Arten wollen wir bei der Initiierung neuer Projekte künftig stärker berücksichtigen“, erklärt Dr. Tobias Kohl, Geschäftsführer der Stiftung Artenschutz. „Um schneller eingreifen zu können, müssen wir noch gezielter erkennen, bei welchen Tierarten wir aktiv werden müssen. Und für diese große Aufgabe müssen sich die Zoos, Natur- und Artenschutzinstitutionen vernetzen“, erklärt Kohl. 

 

Zoos und andere Naturschutzeinrichtungen haben die wichtige Aufgabe, Arten vor dem Aussterben zu bewahren und dem Biodiversitätsverlust etwas entgegenzusetzen. Weltweit ist eine Vielzahl von Tierarten auf Hilfe angewiesen. Um sie zu erhalten, bedarf es internationaler Netzwerke und Bemühungen vieler verschiedener Akteure.  

 

Kriterien für Schutzbedürftigkeit 

Die mittlerweile 12. Tagung der „Arbeitsgruppe (AG) Artenschutz“ fand im Rote Liste Zentrum des Schweriner Zoos statt. Zu den Teilnehmenden zählten Biologinnen und Biologen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Zoos und zoonahen Organisationen. 

 

Im Zuge der Tagung wurden Kriterien zur Identifizierung der Schutzbedürftigkeit und zum Aufbau neuer Projekte für den Schutz nationaler Verantwortungsarten dargelegt. Entscheidend für die Bewertung sind neben dem Gefährdungsgrad der einzelnen Art die weiteren positiven Auswirkungen auf ein Ökosystem sowie die Realisierbarkeit von Schutzbemühungen unter Einbeziehung der Expertise von modernen Zoos. 

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